Startseite » Korrekte Einschläferung von Hunden und Katzen: sichere Methoden und wichtige Unterschiede
korrekte methode zur Euthanasie hund katze

Korrekte Einschläferung von Hunden und Katzen: sichere Methoden und wichtige Unterschiede

Der letzte Weg deines Tieres sollte immer durch eine korrekte Einschläferung von Hunden und Katzen gesichert sein – nur so ist ein Abschied wirklich schmerzfrei, würdevoll und im Einklang mit dem Tierschutz möglich.

Die offizielle Fachinformation zum Medikament Release 300 mg/ml (Pentobarbital-Natrium) regelt verbindlich, welche Injektionswege zulässig sind — und welche nicht.

Entscheidend ist dabei die Situation: Kann die Einschläferung geplant und in Ruhe vorbereitet werden (z. B. bei einer chronischen Erkrankung oder im hohen Alter), oder handelt es sich um einen Notfall, etwa nach einem Unfall, der ein sofortiges, notfallmedizinisches Handeln erfordert?

Richtige und falsche Wege der Einschläferung – was Tierhalter wissen sollten

Bei einer geplanten, routinemäßigen Einschläferung gilt die intravenöse Gabe als Standard – sie wirkt schnell und möglichst schmerzfrei.

In echten Notfällen, in denen ein venöser Zugang nicht möglich ist, sieht die Fachinformation unter engen Bedingungen Ausnahmen vor. Diese Notfallwege sind jedoch ausschließlich für Ausnahmesituationen gedacht und setzen stets eine fachgerechte Beruhigung oder Narkose voraus.


➤ Für Hunde, Katzen und andere Heimtiere gilt: Eine fachgerechte Einschläferung muss IMMER über die Vene erfolgen.


ausnahmen von der normalen euthanasie

Wann Ausnahmen erlaubt sein können

  • Schwere Verletzungen oder Schock: Wenn die Venen kollabiert sind und kein Zugang mehr möglich ist.
  • Starke Blutverluste: Kein venöser Zugang möglich.
  • Sehr kleine oder empfindliche Tiere: Zum Beispiel Hamster oder Vögel, bei denen eine Vene kaum zu treffen ist.
  • Gefährliche Wildtiere (z. B. Giftschlangen): Zum Schutz des Tierarztes, wenn eine schnelle Sedation nötig ist.

➤ In allen Fällen gilt: Nur nach vorheriger Narkose oder tiefer Beruhigung und nur, wenn die Standardmethode über die Vene wirklich nicht machbar ist.

Welche Notfall-Applikationen erlaubt sind

Manchmal ist eine Vene nicht erreichbar – etwa bei Schock, schweren Verletzungen/Unfällen oder sehr kleinen Tieren. Dann sieht die Fachinformation Alternativen vor. Diese gelten jedoch nur im Ausnahmefall und immer mit Beruhigung oder Narkose vorher:

  • Spritze ins Herz (intrakardial, i.c.) – nur erlaubt, wenn das Tier bereits bewusstlos ist.
  • Spritze in die Bauchhöhle (intraperitoneal, i.p.) – nur, wenn Vene und Herz nicht möglich sind. Wirkt langsamer, kann Nebenwirkungen haben.
  • Spritze in die Lunge (intrapulmonal, i.pul.) – letzte Notlösung bei bestimmten Tierarten, nur nach tiefer Narkose.

➤ Diese Wege sind Notlösungen – niemals Standard.


Unzulässige Methoden: Spritze in den Muskel (intramuskulär, i.m.)

  • Eine Spritze in den Oberschenkelmuskel ist in der Fachinformation nicht vorgesehen.
  • Sie ist laut Fachinformation nicht vorgesehen und gilt damit als unzulässig
  • Sie verursacht starke Schmerzen, weil das Gewebe verätzt und zerstört wird.
  • Das Tier wäre dabei noch wach und würde die Schmerzen direkt spüren – genau deshalb ist diese Methode nach dem Tierschutzgesetz verboten.

➤ Fazit: Intramuskuläre Einschläferungen sind rechtlich unzulässig und fachlich inakzeptabel.

schmerzfreie euthanasie durch korrekte methode

Warum „falsche“ Injektionen bei der Einschläferung so schlimm sind

Wenn ein Tier eingeschläfert wird, soll es schnell und schmerzfrei gehen. Das ist nicht nur Ethik – das ist Gesetz.
Gerade deshalb ist der Weg über die Vene (i.v.) vorgeschrieben:

  • In einer Vene gibt es keine Schmerzrezeptoren.
  • Das Mittel gelangt sofort ins Blut, das Tier wird blitzschnell bewusstlos und schläft tief ein, bevor der Tod eintritt.

Ganz anders sieht es aus bei einer Injektion in die Bauchhöhle (i.p.) oder in den Muskel (i.m.):

  • Das Mittel wird dort viel langsamer aufgenommen.
  • Substanzen wie Pentobarbital werden als Arzneizubereitungen appliziert und liegen in einer stark alkalischen (ätzenden) Form vor.
  • Das Gewebe wird innerlich verätzt, aufgelöst und „verseift“.

Das bedeutet für das Tier:

  • Starke innere Schmerzen, ähnlich einer Verbrühung oder Verätzung beim Menschen – nur unsichtbar von außen.
  • Ein solches Gefühl bei vollem Bewusstsein ist extrem qualvoll und tierschutzwidrig.

Warum die Bauchhöhle so empfindlich ist

Der Bauchraum (Bauchhöhle, medizinisch Peritonealraum) ist besonders empfindlich – allerdings anders als die äußere Haut.

  • Die Haut hat viele Schmerzrezeptoren und reagiert sofort auf Verletzungen oder Hitze.
  • Die Bauchhöhle ist innen von einer dünnen Haut, dem Bauchfell (Peritoneum), ausgekleidet. Dieses Gewebe reagiert extrem sensibel auf Druck, Dehnung oder chemische Reize.

Darum erleben Menschen mit einer Bauchfellentzündung (Peritonitis) oder wenn Magensäure in den Bauchraum gelangt, extreme, stechende Schmerzen.
Dasselbe gilt für Tiere: Wenn ein stark alkalisches Mittel wie Pentobarbital versehentlich oder absichtlich in die Bauchhöhle gespritzt wird, wirkt es wie eine innere Verätzung.

➤ Deshalb schreibt die Fachinformation ganz klar vor:

  • Intraperitoneale Injektionen (in die Bauchhöhle) sind nur als absolute Notlösung erlaubt.
  • Und auch dann ausschließlich nach Sedation oder Narkose – damit das Tier nicht bei vollem Bewusstsein solche massiven Schmerzen erlebt.

Schmerzen bei der Einschläferung – Vergleich für Laien:

Stell dir vor:

  • Du bekommst kein Schmerzmittel, sondern eine ätzende Flüssigkeit in deinen Bauchmuskel gespritzt.
  • Diese Flüssigkeit zerstört dein Gewebe – während du es spürst.
  • Es dauert Minuten, bis Bewusstsein oder Tod eintreten.

Das ist nicht vergleichbar mit einer normalen Spritze oder Blutabnahme – es ist vergleichbar mit einer inneren Verätzung oder einer chemischen Verbrennung.

Deshalb ist auch bei Labortieren gesetzlich vorgeschrieben: Immer zuerst Vollnarkose, dann die tödliche Injektion. Selbst Tiere, die in Tierversuchen getötet werden, haben diesen minimalen Anspruch auf Schmerzfreiheit.


Keine „absichtliche Verlängerung“ bei der Euthanasie von Hunde und Katzen

Manche Tierärzte argumentieren, eine langsame Sterbephase gebe Haltern mehr Zeit zum Abschied ihres geliebten Familienmitglieds. So äußerte es auch Dr. Matthias Warzecha im Gespräch mit dem Hamburger Abendblatt vom 30.09.25. Für den außenstehenden Laien klingt es vielleicht beruhigend, wenn er sagt: „Beim Sterben darf es keine Eile geben.“

Doch was für Menschen emotional tröstlich wirken mag, bedeutet für das Tier in Wahrheit eine unnötige Verlängerung des Sterbevorgangs – und damit Leid.

Unsere klare Haltung: Das Wohl des Tieres, schmerzfrei und schnell gehen zu dürfen, muss immer Vorrang haben vor den emotionalen Bedürfnissen des Halters.

Denn:

  • Solange das Tier nicht bewusstlos ist, spürt es jede Schädigung des Gewebes.
  • Es kann Schmerzen, Atemnot und Panik erleben.

Darum gilt:

  • Keine absichtliche Verlängerung der Sterbephase ist akzeptabel.
  • Der Tod muss schnell, wirksam und schmerzfrei erfolgen – alles andere widerspricht dem Tierschutzgedanken und den Vorgaben der Fachinformation

Die offizielle Fachinformation des Herstellers WDT – Wirtschaftsgenossenschaft deutscher Tierärzte eG bestätigt unsere bisherigen Ergebnisse und Einschätzungen zur Euthanasie mit Pentobarbital-Natrium.


Fazit

Unsere bisherigen Recherchen stimmen vollständig mit der Fachinformation überein.
Die Fachinformation verstärkt unsere Argumentation:

  • Intravenös (i.v.) ist Standard.
  • Intrakardial (i.c.), intraperitoneal (i.p.) und intrapulmonal (i.pul.) sind nur Ausnahmeverfahren und erfordern zwingend Sedation (also tiefe Narkosen).
  • Intramuskuläre Injektionen (i.m.) sind nicht vorgesehen und damit unzulässig.

➤ Damit sind Aussagen über fehlerhafte Euthanasiepraktiken (i.m. oder i.p. ohne Sedation) nicht bloß Meinung, sondern durch die offizielle Zulassungslage eindeutig belegbar.

Link zur Packungsbeilage/Fachinformation

Wenn Du tiefer einsteigen willst: Auf unserer Wirkstoffseite findest Du alle Details, Quellen und Hintergrundinformationen zur Euthanasie mit Pentobarbital.


Lese hier alle Erfahrungsberichte

Wie andere Tierhalter die Einschläferung erlebt haben, kannst Du in unseren Erfahrungsberichten nachlesen.

Whistleblower gesucht fuer das Einschlaefern ohne vorherige narkose

Whistleblower – Tierarzthelferin mit Gewissen?