Fachinformation zu Release 300 mg/ml (Pentobarbital-Natrium)
Um Transparenz zu schaffen, dokumentieren wir hier die wichtigsten Inhalte aus der offiziellen Fachinformation des Herstellers WDT – Wirtschaftsgenossenschaft deutscher Tierärzte eG.
Release 300 mg/ml ist ein verschreibungspflichtiges Betäubungsmittel, das ausschließlich für die Euthanasie von Tieren zugelassen ist.
1. Grunddaten
- Wirkstoff: Pentobarbital-Natrium (300 mg/ml)
- Form: Injektionslösung, blau gefärbt (Patentblau V)
- Zielarten: sehr breit – u. a. Hunde, Katzen, Pferde, Rinder, Schweine, Kleinnager, Ziervögel, Reptilien, Amphibien
- Hersteller / Zulassungsinhaber: WDT, Garbsen
- Zulassungsnummer: 400883.00.00
- Verwendung: Euthanasie (nicht als Narkosemittel zugelassen)
2. Zulässige Applikationswege (Reihenfolge laut Fachinfo)
- Standard: intravenöse Injektion (i.v.) → schnell, schmerzarm, Methode der Wahl
- Alternative 1: intrakardial (i.c.) → nur möglich, wenn i.v. nicht machbar ist, und nur bei bewusstlosen oder tief sedierten Tieren
- Alternative 2: intraperitoneal (i.p.) → ebenfalls nur als Ausnahme, nur wenn i.v. und i.c. nicht möglich, zwingend nach Sedation
- Alternative 3: intrapulmonal (i.pul.) → letzte Option, nur für bestimmte Tierarten (z. B. Vögel), nur nach tiefer Sedation
👉 Für Pferde, Ponys, Rinder und Schweine sind i.p. und i.pul. nicht vorgesehen.
➤ Bei Vögeln ist i.v. Standard, i.pul. nur im Ausnahmefall zulässig.
3. Warnhinweise
- Bei i.p. und i.pul.: verzögerter Wirkungseintritt, höheres Risiko von Nebenwirkungen → Sedation dringend empfohlen
- Bei falscher Applikation (z. B. unter die Haut statt in die Vene): Gefahr von Gewebsschäden und verzögertem Tod
- Intramuskuläre Injektionen (i.m.) sind nicht aufgeführt → also nicht zugelassen
4. Bekannte Nebenwirkungen
- Leichte Muskelzuckungen nach Injektion möglich
- Bei perivaskulärer Injektion: Tod tritt verzögert ein
- Bei i.pul.: Husten, Atemnot, Schnappatmung möglich
5. Risiken für den Menschen
- Bereits 1 ml kann beim Menschen schwere Wirkungen auslösen, ca. 3,3 ml können tödlich sein
- Direkter Haut- oder Augenkontakt unbedingt vermeiden
- Anwendung nur mit Schutzhandschuhen und unter Beisein einer weiteren Person
- Selbstinjektion = akuter Notfall → sofortige ärztliche Behandlung erforderlich
Abgleich mit unseren Recherchen
Die Fachinformation Release 300 mg/ml Pentobarbital bestätigt unsere bisherigen Ergebnisse:
- i.v. ist Standard und muss bei geplanten Euthanasien angewandt werden.
- i.c., i.p. und i.pul. sind streng begrenzte Ausnahmeverfahren, nur im Notfall und nach Sedation.
- i.m. wird nicht genannt und ist damit unzulässig.
👉 Damit sind Aussagen über fehlerhafte Praktiken wie intramuskuläre Euthanasien oder i.p.-Gaben ohne Sedation nicht bloß Meinungen – sie widersprechen klar den offiziellen Zulassungsvorgaben.
📖 Quelle: Offizielle Fachinformation „Summary of Product Characteristics (SPC)“ für Release 300 mg/ml, Hersteller WDT, Stand August 2019.
https://vetisearch.de/spcs/show/3565?utm
Glossar der Abkürzungen: Korrekte Einschäferungen bei Haustieren durch Release 300 mg/ml Pentobarbital
- i.v. (intravenös): Injektion direkt in eine Vene.
- i.c. (intrakardial): Injektion direkt in das Herz (nur bei bewusstlosen oder tief sedierten Tieren erlaubt).
- i.p. (intraperitoneal): Injektion in die Bauchhöhle (nur in Notfällen und nach Sedation).
- i.pul. (intrapulmonal): Injektion in die Lunge (nur bei bestimmten Tierarten, ausschließlich nach Sedation, letzte Notfalloption).
- i.m. (intramuskulär): Injektion in den Muskel. Für die Euthanasie mit Release nicht vorgesehen und daher nicht erlaubt.



