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Pressefoto: Berichterstattung über Tierarztpraxis in Oering

Tierarzt Dr. Warzecha im Spiegel der Presse: Unabhängigkeit der Berichterstattung in Oering?

Tierarzt Dr. Matthias Warzecha Oering – im Fokus der Presse.

In der Berichterstattung fällt die unterschiedliche Bildsprache der Pressevertreter auf:

Während die Lübecker Nachrichten, Kieler Nachrichten und die Segeberger Zeitung den Tierarzt in sommerlich-entspannter Atmosphäre vor seiner Praxis zeigen, umklammert Dr. Matthias Warzecha auf dem Foto von Burkhard Fuchs vom Hamburger Abendblatt mit der rechten Hand den Behandlungstisch seiner Praxis, im Hintergrund hängen großformatige Katzenaquarelle.

Diese Unterschiede verdeutlichen verschiedene Inszenierungsstrategien.

Dr. Warzecha aus Oering stellt sich der Kritik

Was wir wissen: Der Journalist des Hamburger Abendblatts stellte Dr. Warzecha die entscheidenden Fragen und ließ sich dessen Euthanasiepraxis ohne Narkose erläutern.

Auf seinen eigenen Aufsatz zum Thema Euthanasie angesprochen, räumte der Tierarzt ein, nicht zulässige Formen der Einschläferung (Euthanasie) angewendet zu haben. Bei „sehr schwachen Katzen“ habe er die Todesspritze direkt in die Bauchhöhle injiziert – ohne vorherige Narkose.

Bußgeld und Rüge für den Tierarzt Warzecha aus Oering – für nicht legale Injektion

Zitat aus dem Hamburger Abendblatt vom 30.09.25 (Online-Ausgabe):

Doch damit brachte er seine Kritiker erst so richtig auf den Plan. Denn er beschrieb in seinen Zeilen tatsächlich den Fall einer illegalen Euthanasie einer Katze ohne vorherige Betäubung. „Max R.“, ein „besorgter Bürger“, meldete sich schriftlich beim Abendblatt und bezichtigte Warzecha, grundsätzlich Hunde und Katzen ohne vorherige Betäubung auf „nicht zugelassenen Applikationswegen“ einzuschläfern, nämlich mit Injektionen in den Oberschenkelmuskel und in die Bauchhöhle. Das sei für die Tiere schmerzhaft, es sei medizinisch riskant und nur unter tiefer Narkose vertretbar.

Warzecha drohen Rüge und Bußgeld

Tatsächlich bestätigt Vizepräsident Carsten Rehder von der Tierärztekammer Schleswig-Holstein, der selbst eine Tierarztpraxis in Preetz unterhält, dass Warzecha gegen Vorgaben verstoße. Es sei nicht legal, wenn er stark geschwächten Katzen ohne vorherige Narkose den tödlichen Wirkstoff Pentobarbital in die Bauchhöhle injiziere. „Das werden wir der Arzneimittelaufsicht melden müssen“, sagt Rehder. Warzecha müsse wegen seiner nicht korrekten Anwendung der Narkose bei sehr geschwächten Katzen mit einer Rüge und einem Bußgeld rechnen.

Ende Zitat

Was die Kammer als „Verstoß“ einordnet, wird von Kritikern und Laien noch deutlicher als „Wachtötung“ bezeichnet.

Hamburger Abendblatt vom 2. Oktober 2025: Falsche Anwendung der Euthanasie bei Katzen

Im Artikel des Hamburger Abendblatts vom 2. Oktober 2025 wird erneut über die Euthanasie-Praxis von Dr. Matthias Warzecha berichtet.

Während der Vizepräsident der Tierärztekammer Schleswig-Holstein, Dr. Carsten Rehder, darin erklärt, dass die Löschung der früheren Online-Aussagen zu Euthanasie-Methoden von der Praxis-Website Dr. Warzechas „schon das Wesentliche“ sei, äußern Tierhalter in diesem Zusammenhang die Frage, ob es nicht von weit größerer Bedeutung wäre, künftig sicherzustellen, dass ausschließlich fachlich korrekte und arzneimittelrechtlich zugelassene Applikationswege bei der Anwendung euthanasischer Tierarzneimittel zum Einsatz kommen.

Die Tierärztekammer, zu der 3000 Tierärzte und 400 Kleintierärzte gehörten, habe nun Dr. Warzecha zu dem Fall angeschrieben und um Stellungnahme gebeten, erklärt Dr. Rehder. Dass der seine ausführliche Beschreibung dieser auch bei Katzen falschen Anwendung der Euthanasie inzwischen von seiner Homepage entfernt habe, sei gut und richtig. „Das ist schon mal das Wesentliche“ und werde noch mal überprüft, so Dr. Rehder. „Wir als Kammer müssen Berufsvergehen ahnden, damit der Ruf der Tierärzte nicht beschädigt wird.“

https://www.abendblatt.de/schleswig-holstein/norderstedt/article410142102/todesspritze-fuer-tiere-ohne-narkose-oering-ist-kein-einzelfall.html

Bildsprache in der Presse: Wie unabhängig ist die lokale Berichterstattung über Tierarzt Dr. Matthias Warzecha in Oering?

Wie unabhängig die lokale Berichterstattung tatsächlich ist, bleibt für Außenstehende schwer einschätzbar.
Schon der bloße Eindruck persönlicher Nähe kann Misstrauen wecken.

Auf seiner eigenen Website weist Dr. Warzecha selbst darauf hin, dass die Redakteurin der Segeberger Zeitung (zugleich Reporterin für die Kieler Nachrichten und Lübecker Nachrichten), Nicole Scholmann, ebenfalls in Oering lebt.

IIn der lokalen Berichterstattung wurde vereinzelt über eine mögliche persönliche Nähe zwischen einer Journalistin und dem Tierarzt spekuliert.
Konkrete Belege dafür liegen nicht vor.
Fest steht, dass die Journalistin im selben Ort lebt wie Dr. Warzecha und wiederholt über ihn berichtet hat.
Schon der Anschein solcher Nähe kann das Vertrauen in die journalistische Objektivität beeinflussen.

Die Berichterstattung von Nicole Scholmann über den Fall Dr. Warzecha erscheint journalistisch korrekt, weist jedoch in Tonfall und Quellenlage eine auffallend einseitige Perspektive auf.
Der Eindruck von Nähe entsteht weniger durch konkrete Belege, sondern durch die Auswahl und Gewichtung der dargestellten Positionen.

Todesspritzen ohne Narkose? Tierarzt rechtfertigt sich – so titelt das Hamburger Abendblatt

Pressefoto: Berichterstattung über Tierarztpraxis in Oering
Screenshot aus: Hamburger Abendblatt, Artikel „Todesspritzen ohne Narkose? So rechtfertigt sich der Tierarzt“, 30.09.2025, Foto: © FMG | Burkhard Fuchs.

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Screenshot aus: Kieler Nachrichten (kn-online.de), 21.07.2025, Foto: © Nicole Scholmann

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