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alle katzen wurden ohne vornarkose mit der todesspritze eingeschlaefert

21 Katzen – alle ohne Narkose: Eine Tierhalterin erkennt das Leid hinter der Todesspritze zu spät

Eine Tierhalterin erkennt nach Jahrzehnten, dass kein einziges ihrer geliebten Tiere richtig eingeschläfert wurde. Alle erhielten die Todesspritze ohne Narkose

In kleinen Orten kennt man sich.
Man vertraut einander – dem Nachbarn, der Apothekerin, und auch dem Tierarzt.
Man glaubt, dass jemand, der mit Tieren arbeitet, es gut mit ihnen meint.

So dachte auch Tierhalterin B, eine Rentnerin aus Schleswig-Holstein, die ihr Leben lang Katzen liebte und ihnen ein Zuhause gab.


Jahrzehntelang vertraute sie ihren Tierärzten – bis sie erfuhr, dass keine ihrer Katzen regelgerecht eingeschläfert wurde.

Mehr als vierzig Jahre lang begleiteten Katzen ihr Leben.
Sechzehn eigene Tiere, dazu unzählige Fundkatzen und Streuner, die sie aufnahm, pflegte, vermittelte oder bis zum letzten Atemzug begleitete – insgesamt 21 Katzen, jede mit einer eigenen Geschichte, einem eigenen Charakter.

Wenn eines ihrer Tiere gehen musste, war das immer schwer.
Doch sie tröstete sich mit dem Gedanken, dass die Einschläferung ein sanftes, schmerzfreies Einschlafen sei – so, wie es die Tierärzte ihr erklärten.

„Ich habe immer gefragt“, sagt sie heute.
„Jedes Mal. Ich wollte sicher sein, dass sie nichts spüren, dass sie friedlich einschlafen.“
Die Antwort war immer dieselbe:
„Natürlich. Sie merken nichts.“


nicht genehmigte einschlaeferung

Vier Jahrzehnte mit Katzen – und das Vertrauen in die falschen Tierarzt-Hände

Als im Herbst 2025 die Berichterstattung über Dr. Matthias Warzecha erschien – der im Hamburger Abendblatt erklärte, „beim Sterben dürfe es keine Eile geben“ und eine Injektion in die Bauchhöhle (intraperitoneal) als Methode beschrieb –, begann sie zu zweifeln.


Denn sie erkannte vieles wieder.

Über die Jahre war sie mit ihren Tieren in fünf verschiedenen Tierarztpraxen im südlichen Schleswig-Holstein gewesen – je nach Wohnort, immer dort, wo sie gerade Hilfe brauchte. Eine lange Anreise war ihr nie möglich.


Und doch: Die Abläufe waren überall erstaunlich ähnlich.

Nie habe jemand eine Veneninjektion (i.v.) gesetzt, also die eigentlich vorgesehene Standardmethode.
„Fast immer bekam meine Katze eine Spritze in den Oberschenkelmuskel“, erzählt sie.
„Wenn sie schwach war, hieß es: ‚Der Kreislauf schafft die normale Spritze nicht mehr‘ – dann wurde in den Bauch gespritzt.“

Keine der Katzen erhielt jemals eine Beruhigungsspritze oder Narkose.
Keine wurde sediert.
Manchmal zuckte das Tier, manchmal starrte es mit offenen Augen.
„Aber man glaubt ja, das muss so sein“, sagt sie.
„Man will glauben, dass sie einfach nur einschlafen.“

Besonders eindrücklich erinnert sie sich an ihre Besuche bei Frau Dr. Gisela Kröger in Kisdorf.
Mehrfach habe sie dort über die Jahre Katzen für ihren „letzten Weg“ vorgestellt – genaue Jahreszahlen oder Zuordnungen kann sie heute nur noch für die letzten 6 Katzen machen.

Sie vertraute Dr. Kröger so uneingeschränkt – heute nennt sie sich selbstkritisch einen „naiven Trottel“ –, weil die Tierärztin ihr und einer Begleitperson ein prägendes Erlebnis aus ihrer Jugend anvertraut hatte. Damals waren ihre beiden Wüstenrennmäuse gestorben. Während das eine Tier beim Begräbnis bereits kalt und steif war, fühlte sich das andere noch warm und weich an. Jahrzehnte später vermutet die Veterinärin, dass sie ihr geliebtes Tier damals möglicherweise lebendig begraben hat – eine Erinnerung, die sie bis heute begleitet und die, wie sie sagt, ihre spätere Berufung zur Tierärztin geprägt hat.

Aus diesem Grund würde sie heute doppelt und dreifach checken, ob ein eingeschläfertes Tier wirklich tot sei.

Tierhalterin B erzählt weiter aus ihrer Erinnerung:

„Die Tiere, die noch aufrecht stehen konnten, bekamen das Mittel in den Oberschenkel, die zweite Dosis dann in den Bauchraum.
Die ganz schwachen Katzen – die kaum noch reagierten – bekamen die Spritze direkt in den Bauch, mit der Begründung, der Körper würde sie sonst nicht mehr ‚aufnehmen‘.“

Damals erschien ihr das plausibel. Heute weiß sie: Das war keine zugelassene Methode zur Einschläferung.

„Ich hatte keine Wahl“ – Dr. Kröger klärte die Katzenhalterin B nie über Alternativen auf

Tierhalterin B sagt, dass Dr. Kröger ihr nie eine andere Möglichkeit genannt habe.
Von der intravenösen Injektion – der einzig vorgesehenen, schmerzfreien Methode – habe sie erst viel später (im Zuge der Berichterstattung durch das Hamburger Abendblatt) erfahren.

„Dr. Kröger erklärte mir nie, dass es Alternativen gibt“, sagt sie.
„Ich ging immer davon aus, dass die Spritze in den Muskel oder Bauch die normale Art ist. Eine Wahl hatte ich nie.“


Die bittere Erkenntnis über die Euthanasie ohne Narkose

Heute, Jahrzehnte später, weiß sie: Keines ihrer Tiere wurde korrekt eingeschläfert.
Nicht eine einzige Katze.
Nicht in vier Jahrzehnten, nicht bei fünf verschiedenen Tierärzten.

Laut der offiziellen Fachinformation für das Präparat Release 300 mg/ml darf die Bauchhöhlen-Injektion (i.p.) nur im absoluten Notfall erfolgen – und nur, wenn das Tier bereits in tiefer Narkose liegt.
Die Injektion in den Muskel (i.m.) ist gar nicht zugelassen.
Die einzige vorgesehene und tierschutzgerechte Methode ist die Veneninjektion (i.v.) – sie wirkt schnell, sicher und schmerzfrei.

„Ich habe allen Tierärzten vertraut“, sagt sie.
„Ich habe nie gezweifelt. Und jetzt merke ich, dass ich daneben stand, während sie vielleicht Schmerzen hatten. Dass sie wach waren, während ich dachte, sie schlafen ein.“


„Ich dachte, sie schlafen einfach ein“ – das schlimme Erwachen kam erst nach 40 Jahren

Die Erkenntnis kam spät – zu spät für ihre Tiere.
Und sie ist nicht allein.

Nach Veröffentlichung des Artikels meldeten sich Dutzende Tierhalter:innen, viele mit ähnlichen Erfahrungen.
Einige Erlebnisse liegen 25 bis 30 Jahre zurück. Obwohl unterschiedliche Tierärzte, zeichnet sich ein Bild: Immer wieder dieselben Abläufe, dieselben Begründungen, dieselben Spritzen – und dasselbe Schweigen.

War es Unwissen? Bequemlichkeit? Routine?
Oder ein System, das nie wirklich hinterfragt wurde?

„Ich kann nicht mehr ruhig schlafen“, sagt sie leise.
„Ich denke an jedes einzelne Tier. Und ich frage mich:
Wie konnte das so lange passieren – überall, und niemand hat es bemerkt?“


Mehr als ein persönliches Schicksal

Der Fall von Tierhalterin B steht stellvertretend für viele.
Für Jahrzehnte, in denen Tierärzte offenbar Verfahren nutzten, die nicht zugelassen, nicht schmerzfrei und nicht tierschutzgerecht waren – ohne dass Tierhalter darüber aufgeklärt wurden.

Er zeigt, wie blind Vertrauen machen kann –
und wie viel Mut es braucht, dieses Vertrauen im Rückblick in Frage zu stellen.

„Ich kann es nicht mehr ungeschehen machen“, sagt sie.
„Aber ich kann darüber sprechen.
Damit andere fragen, bevor sie glauben.
Damit kein Tier mehr still leidet, nur weil niemand hinsieht.“

Tierhalterin B bestätigt ihre Aussagen und würde diese notfalls auch an Eides statt versichern.

Warum wir den Namen der Tierärzten nennen:

Wir haben uns bewusst entschieden, den Namen von Dr. Gisela Kröger und ihre Praxis in Kisdorf zu nennen.
Diese Entscheidung fiel nicht leicht – aber sie ist notwendig.

Wenn über Jahre hinweg Tiere ohne zugelassene Narkose eingeschläfert wurden, ohne dass Haltern wie Tierhalterin B über Alternativen oder Risiken informiert wurden, betrifft das nicht nur einen Einzelfall, sondern ein Thema von öffentlichem Interesse.

Das Tierschutzgesetz verpflichtet jede Tierärztin und jeden Tierarzt, Leiden zu vermeiden.
Wer Euthanasien entgegen der zugelassenen Fachinformation durchführt, verletzt nicht nur medizinische Standards, sondern auch das Vertrauen von Tierhalterinnen und Tierhaltern.

Die Berichterstattung erfüllt daher einen aufklärerischen Zweck:

Sie soll informieren, Missstände sichtbar machen und Tierhalterinnen helfen, Fragen zu stellen, bevor sie Entscheidungen treffen müssen, die sich nicht rückgängig machen lassen.

Wir nennen den Namen,
weil Transparenz in diesem Fall wichtiger ist als Schweigen –
und weil Aufklärung der einzige Weg ist, damit sich solche Fehler nicht wiederholen.

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